Die 3 Arten der Cloud: Public, Private und Hybrid

2. Juni 2014 | Erstellt von Benjamin Schäfer in Fachartikel

Während jeder bestimmte Vorstellungen mit dem Begriff Cloud verbindet, kennen die wenigsten die verschiedenen Modelle der Cloud. Aber Cloud ist nicht gleich Cloud. Unterschiedliche Cloud-Modelle bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile, auch in punkto Sicherheit der eigenen Daten. Dass das Wort „Sicherheitsrisiko“ oft in Verbindung mit „Cloud“ fällt, ist damit nicht zwangsweise gerechtfertigt.

Man unterscheidet hauptsächlich zwischen drei Typen: die Public Cloud, die Private Cloud und die Hybrid Cloud. Hier zeigen wir, wofür diese Begriffe stehen und was die Vor- und Nachteile sind.

Public Cloud

Die Public Cloud ist wohl das erste, woran die meisten denken, wenn sie Cloud hören. Dabei handelt es sich in der Regel um einen Internet-Dienst, den man nutzt, um Daten zu sichern, mit anderen zu teilen oder einfach von überall aus auf sie zugreifen zu können. Beispiele sind Dropbox, Google Drive und iCloud.

Vorteile:

  • Daten sind immer und überall verfügbar. Der Zugriff ist von praktisch jedem Ort aus möglich, zum Beispiel mit dem Smartphone oder Laptop unterwegs, bei der Arbeit oder zuhause.
  • Keine eigene Hardware (Server und Speicher) nötig.
  • Wenig bis keine Administration des Dienstes.
  • Schnelle und meist unkomplizierte Einrichtung.

Nachteile

  • Die weltweite Verfügbarkeit der Daten birgt ein Sicherheitsrisiko, da Zugriffe durch Unbefugte nicht ausgeschlossen werden können.
  • Abhängigkeit von der Lebensdauer und Laufzeit eines externen Dienstes.
  • Oft mit zusätzlichen, wiederkehrenden Kosten verbunden (z. Bsp. für Nutzung des Dienstes).
  • Daten verlassen den eigenen Herrschaftsbereich, indem sie an den Cloud-Betreiber (und damit an Dritte) weitergegeben werden.

Private Cloud

Anders als die Public Cloud wird die Private Cloud normalerweise auf eigenen Servern in einem privaten Netzwerk betrieben, auf das in der Regel kein Zugriff von außen möglich ist. Die Daten sind sicher in den eigenen vier Wänden, allerdings kann man sie auch nur vor Ort abrufen. Ein Zugriff von unterwegs über das Internet ist in der Regel nicht möglich. Beispiele: ownCloud, File Transporter.

Vorteile:

  • Daten zentral gespeichert und innerhalb des Netzwerkes leicht zugänglich.
  • Höchste Sicherheit, da auf Daten nur im eigenen Netzwerk (zum Beispiel von PCs im Firmengebäude) zugegriffen werden kann.
  • Volle Kontrolle über die eigenen Daten (Aufbewahrung, Löschung, etc.).
  • Schnellere Synchronisation, da die Download- und Uploadzeiten im eigenen Netzwerk deutlich schneller sind als über das Internet.

Nachteile:

  • Keine mobile Verfügbarkeit der Daten.
  • Bedarf den Betrieb und die Wartung eigener Server, was unter Umständen teurer als eine Public Cloud sein kann.
  • Erhöhter Aufwand bei der Einrichtung.

Der Begriff ‚Private Cloud‘ ist leider ein wenig schwammig und wird teils auch verwendet, um eine selbst-betriebene Public Cloud zu beschreiben. Diese läuft zwar auf eigenen Servern, bietet aber zusätzlich den Zugriff über das Interne. Damit behält man die Daten zwar bei sich und hat volle Kontrolle über sie, hinsichtlich der Sicherheit trägt man allerdings die Nachteile der Public Cloud: Zugriffe von außen durch Unbefugte können nicht ausgeschlossen werden.

Hybrid Cloud

Die Hybrid Cloud stellt ein Kompromiss zwischen der Public und der Private Cloud dar. Ziel ist, die Vorteile beider Arten zu kombinieren, dabei aber ein größtmögliches Maß an Sicherheit zu gewährleisten. Bei der Hybrid Cloud gibt es sowohl einen privaten als auch einen öffentlichen Bereich.  Daten, die von unterschiedlichen Standpunkten aus erreichbar sein müssen, können in die Public Cloud geladen werden, während sensible, interne Daten im privaten Netzwerk bleiben. In der Regel werden beide Bereiche von demselben System verwaltet. Verschieben von Daten aus dem privaten in den öffentlichen Bereich und umgekehrt ist damit absolut unkompliziert. Beispiel: Red Hat open hybrid cloud.

Vorteile:

  • Sensible Daten sind im firmeninternen Netzwerk sicher vor Fremdzugriffen.
  • Gleichzeitig können Daten ausgelagert werden, die auch mobil bzw. extern verfügbar sein müssen.

Nachteile:

  • Erhöhte Kosten, da in der Regel sowohl eigene Server als auch externe Server verwendet werden.Die Hybrid Cloud ist von allen 3 Modellen das kostenintensivste.
  • Eventueller Mehraufwand bei Verwaltung der Daten und Administration des Systems.
  • Bei Verwendung eines Fremddienstes zur Verwaltung des externen Servers ähnliche Nachteile in punkto Kosten und Sicherheit zumindest für die externen Daten.
Benjamin Schäfer

Benjamin Schäfer

Leidenschaftlicher Kaffee-Trinker und Software-Tester bei REWOO Technologies AG

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